Mit Ökostrom lässt sich auch die Importabhängigkeit Deutschlands von teuren fossilen Brennstoffen verringern oder gar komplett eliminieren. Dazu muss der Anteil von Ökostrom im bundesweiten Strom-Mix erhöht werden, was dann möglich ist, wenn der Ausbau von regenerativen Energien weiter vorangetrieben und finanziert wird. Diese Rolle übernehmen neben der Bundesregierung auch Vergabestellen von Ökostromzertifikaten, indem sie die Stromanbieter zu Investitionen verpflichten.

Die regionale Wirtschaft profitiert vom Ausbau regenerativer Energien, weil dadurch u.a. neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, was vor allem für wirtschaftlich schwache Regionen sehr vorteilhaft ist. In den vergangenen Jahren schuf der Ausbau erneuerbarer Energien rund 215 000 neue Arbeitsplätze, während rund eine halbe Million Menschen ihr Gehalt aus der Erneuerbaren-Energien-Branche beziehen sollen. In der Atom- und Kohlestromindustrie arbeiten derzeit dagegen gerade einmal 30 000 Menschen.

Wechseln Endverbraucher zu einem Ökostromtarif oder zu einem Ökostromanbieter, kann der persönliche CO²-Ausstoß um bis zu 80 % gesenkt werden. Dadurch konnten bisher rund 100 Millionen Tonnen CO² eingespart werden.

Mit dem Umstieg zu Ökostrom investiert man auch indirekt in die Entwicklung der erneuerbaren Energien. Jeder zertifizierte Ökostromanbieter investiert einen Cent pro verkaufte Kilowattstunde Ökostrom in regenerative Projekte. Auf diese Weise konnte der Ökostromanteil im Strom-Mix auf 25 % angehoben werden, was auch die Konkurrenz auf dem Strommarkt fördert und für niedrigere Stromkosten sorgt. Finanziell lohnt sich der Umstieg zu Ökostrom schon jetzt, weil die Preisparität in den meisten Städten bereits seit 2011 gegeben ist. Berücksichtigt man dazu noch die Kosten, die von konventionellen Stromkraftwerken verursacht werden, wie die Kosten für Umweltverschmutzung und Gesundheitsschäden, ist Ökostrom immer noch die clevere Wahl.

Unbedeutende Nachteile

Die Produktion von Ökostrom bringt auch einige Nachteile mit sich. Die Verstromung von Biomasse beispielsweise ist mit hohen Betriebskosten verbunden und nur dann möglich, wenn andere Energieträger unterstützend verwendet werden. Generell sollte Biomasse nur verstromt werden, wenn die dabei entstehende Wärme auch genutzt werden kann (dieser Prozess wird Kraft-Wärme-Kopplung genannt). Bisher kann nur ein Viertel der Biomasse-Energie verstromt werden. Um die Effizienz zu steigern, sind neue Methoden und Anlagen nötig, woran derzeit aber noch geforscht wird.

Auch die Windkraft hat ein entscheidendes Problem: die Vorhersage für die Windkraft ist nur schwer möglich und die Stromerzeugung deshalb unzuverlässig. Sollte nicht genug Strom entstehen, müssen konventionelle Kraftwerke zugeschaltet werden.

Die Nachteile sind gegenüber den Vorteilen allerdings zu vernachlässigen, vor allem aber, weil die Technologie zur Stromgewinnung immer effizienter wird. Künftig werden die erneuerbaren Energien eine noch wichtigere Rolle in der Deckung des Strombedarfs, auch in der Wirtschaft, einnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Ökostrom gibt es unter: http://energieinitiative.org/stromanbieter-wechseln/